+++ Februar 2012 +++ F-Wurf geplant +++ F-Wurf geplant +++
Ein aktuelles Thema: Ektopische Ureteren

Das Thema beschäftigt derzeit viele verantwortungsvolle Züchter von Rassehunden. Bei den ektopischen Ureteren (EU) handelt es sich um eine angeborene Anomalie, bei der ein oder beide Harnleiter nicht normal in die Harnblase münden. Dieser Umstand führt möglicherweise zu einer Harninkontinenz mit ständigem oder häufigem unwillkürlichen Harnabsatz bzw. Harnträufeln. Grund ist die Tatsache, dass der Harnleiter hinter dem Schließmuskel mündet. Der Schließmußkel kann also Urin gar nicht aufhalten.

Bei Rüden münden die ektopischen Harnleiter näher am Blasenhals als bei der Hündin. Da die ektopischen Harnleiter sich vielfach nicht regelmäßig und normal entleeren kommt es durch diese Abflussstörung zu einer Urinrückstauung in die Niere. Besteht die Stauung länger entwickelt sich eine Hydronephrose (Zystenniere) und bedingt einen irreparablen Verlust von Nierengewebe. Chronische Nierenerkrankungen (CNI) oder akute Niereninfektionen mit Fieber sind die Folge. Manchmal auch das erste klinische Anzeichen.

Die Diagnose wird mittels Ultraschalluntersuchung in Verbindung mit einer Urographie (intravenöse Nierenkontrastuntersuchung) gestellt. Durch eine hochauflösende Ultraschalluntersuchung sind die ektopischen Harnleiter gut zu erkennen. Zudem wird das gesamte harnableitende System vor der Operation eingehend beurteilt. Eine konservative Therapie der Inkontinenz ist nicht möglich. Bei der chirurgischen Korrektur der ektopischen Ureteren werden diese freigelegt und in die Harnblase verlegt. Wenn keine weitere anatomische Missbildungen vorhanden sind, ist das Problem des Harnträufelns in der Regel nach einigen Wochen behoben.

Das brisante Thema war Grund genug für mich mit meiner Hünding Emma nach Hamburg-Norderstedt zur „Tierärztlichen Klinik für Kleintiere“ zu fahren, um ein Gespräch mit dem bundesweit anerkannten Spezialisten Prof. Dr. Rafael Nickel (Jahrgang 1958) zu führen und eine Untersuchung vornehmen zu lassen. Für uns mit einem sehr erfreulichen Ergebnis, denn unsere Zuchthündin Emma ist gesund.

Da das Thema in der Fachwelt derzeit so aktuell ist, habe ich die Gelegenheit genutzt ein Interwiew für meine Radiosendung "Mein Herz an der Leine" mit Prof. Dr. Nickel zu führen. Das Interview wurde am Dienstag den 10. November 2009 um 19.00 Uhr ausgestrahlt. Die wöchtentliche Sendung mit Themen rund um den Hund ist überregional per Online-Stream zu empfangen. Weitere Infos bei LeineHertz oder www.die-welpenschule.de