Ein aktuelles Thema:
Ektopische Ureteren
Das Thema beschäftigt derzeit viele verantwortungsvolle
Züchter von Rassehunden. Bei den ektopischen Ureteren
(EU) handelt es sich um eine angeborene Anomalie, bei der
ein oder beide Harnleiter nicht normal in die Harnblase
münden. Dieser Umstand führt möglicherweise zu einer
Harninkontinenz mit ständigem oder häufigem
unwillkürlichen Harnabsatz bzw. Harnträufeln. Grund ist
die Tatsache, dass der Harnleiter hinter dem
Schließmuskel mündet. Der Schließmußkel kann also Urin
gar nicht aufhalten.
Bei Rüden münden die ektopischen Harnleiter näher am
Blasenhals als bei der Hündin. Da die ektopischen
Harnleiter sich vielfach nicht regelmäßig und normal
entleeren kommt es durch diese Abflussstörung zu einer
Urinrückstauung in die Niere. Besteht die Stauung länger
entwickelt sich eine Hydronephrose (Zystenniere) und
bedingt einen irreparablen Verlust von Nierengewebe.
Chronische Nierenerkrankungen (CNI) oder akute
Niereninfektionen mit Fieber sind die Folge. Manchmal
auch das erste klinische Anzeichen.
Die Diagnose wird mittels Ultraschalluntersuchung in
Verbindung mit einer Urographie (intravenöse
Nierenkontrastuntersuchung) gestellt. Durch eine
hochauflösende Ultraschalluntersuchung sind die
ektopischen Harnleiter gut zu erkennen. Zudem wird das
gesamte harnableitende System vor der Operation eingehend
beurteilt. Eine konservative Therapie der Inkontinenz ist
nicht möglich. Bei der chirurgischen Korrektur der
ektopischen Ureteren werden diese freigelegt und in die
Harnblase verlegt. Wenn keine weitere anatomische
Missbildungen vorhanden sind, ist das Problem des
Harnträufelns in der Regel nach einigen Wochen
behoben.
Das brisante
Thema war Grund genug für mich mit meiner Hünding Emma
nach Hamburg-Norderstedt zur „Tierärztlichen Klinik
für Kleintiere“ zu fahren, um ein Gespräch mit dem
bundesweit anerkannten Spezialisten Prof. Dr. Rafael
Nickel (Jahrgang 1958) zu führen und eine Untersuchung
vornehmen zu lassen. Für uns mit einem sehr erfreulichen
Ergebnis, denn unsere Zuchthündin Emma ist
gesund.
Da das Thema in der Fachwelt derzeit so
aktuell ist, habe ich die Gelegenheit genutzt ein
Interwiew für meine Radiosendung "Mein Herz an
der Leine" mit Prof. Dr. Nickel zu führen. Das
Interview wurde am Dienstag den 10. November 2009
um 19.00 Uhr ausgestrahlt. Die wöchtentliche
Sendung mit Themen rund um den Hund ist überregional per
Online-Stream zu empfangen. Weitere Infos bei LeineHertz oder www.die-welpenschule.de
+++ Februar 2012 +++ F-Wurf geplant +++ F-Wurf geplant +++
Prof. Dr. Nickel
Dr. Nickel wurde bereits 1989 an die größte europäische Kleintierklinik der Universität Utrecht/Niederlande berufen. Er spezialisierte sich auf allgemeine und minimalinvasive Chirugie und die Erkennung und Behandlung von hormonbedingten und urogenitalen Erkrankungen. Sie sind auch Inhalt seiner zahlreichen Fachvorträge, Fortbildungsbeiträge und wissentschaftlichen Veröffentlichungen.
Derzeit ist Prof. Dr. Nickel als bundesweit anerkannter Spezialist tätig in Hamburg-Norderstedt. www.tierklinik-norderstedt.de